Regen oder Traufe; Teufel oder Beelzebub? Einige Fragezeichen zur Nacht

In der Wikipedia fand ich hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Gauck)
folgendes:

„1999 wurde Gauck innerhalb der CSU als Bundespräsidentschaftskandidat vorgeschlagen und war auch in den folgenden Jahren als möglicher Kandidat für die Parteien CDU/CSU und FDP im Gespräch.“

Sollte das nicht der SPD und den Grünen sowie ihrer Anhängerschaft kräftig zu denken geben?

Welchen Sinn macht es denn für die SPD und die Grünen, wenn die den Kandidaten des anderen Lagers nominieren? Versteht das jemand? Etwa nur, weil Gauck Atlantiker ist und „Mutti“ nicht? Sind SPD und Gruene so blöd, Gauck nur für ein Anti-Merkel-Taktieren zu missbrauchen – jetzt, wo gar kein Wahlkampf ist? Das erscheint dann doch ein wenig seltsam (es sei denn natürlich, die beiden Parteien wollten die Regierung bis aufs Ärgste strapazieren).

Was mich am meisten wundert: Sollte es so sein, dass das wertkonservative Lager (also Koch, Rüttgers, Schäuble usw.) NICHT am selben Strang zieht wie die Atlantiker? Dann wäre für mich der (hochspekulative!) Umkehrschluss, dass die Atlantiker zu einer anderen Strömung gehören – bliebe ja eigentlich nur noch neoliberal, womöglich noch neokonservativ. Wäre das nicht erbärmlich, wenn SPD und Grüne einen neoliberalen Bundespräsidenten ins Amt zu hieven suchen, nur um ihn einem evangelikalen (und damit wert- und / oder neokonservativen) Gegenkandidaten entgegenzuwerfen? Das würde die Behauptung ad absurdum führen, es handle sich bei diesen beiden Parteien noch um etwas, das von der FDP verschieden ist – und dass das nicht mehr gegeben ist wäre doch wirklich schwer zu glauben.

Es sei denn natürlich, wir haben das Ende der Parteiengeschichte in diesem Land schon (wieder) erreicht und es gibt im Prinzip nur noch eine herrschende Partei – nennen wir sie der Einfachheit halber CSED (Christlich-Sozialdemokratische Einheitspartei Deutschlands; FDP und Grüne sind im Namen durch das „E“ hinreichend erfasst), und alle Unterschiede, die uns vermittels der Medienmaschinerie angeboten werden, wären hinfällig und plakative Lüge. Richtig neu wäre das dann aber auch nicht mehr… ;-)

Wie wäre es mal wieder mit jemandem in einem hohen deutschen Staatsamt, der oder die nicht über weniger als 2 Schritte mit religiösen Sekten, oder zumindest Kirchenämtern, in Verbindung steht? Bräuchte vielleicht Deutschland langsam mal so etwas wie die Jungtürken (http://de.wikipedia.org/wiki/Jungtürken), nur halt bitte ohne Militarismus und politische Gewalt? Vielleicht eignet sich ja die Piratenpartei, die Berliner BRD zurück auf den Weg eines fortschrittsbefördernden Säkularismus zu bringen, womöglich hin zu Laizität…!

Wo bleibt der/die KandidatIn der Piratenpartei für Schloss Bellevue?!


1 Antwort auf „Regen oder Traufe; Teufel oder Beelzebub? Einige Fragezeichen zur Nacht“


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