Boykottiert Merkel und Steinmeier! Boykottiert die CSED! Boykottiert alle, mit denen zu koalieren sie angekündigt haben!

Zur freien Verfügung im GNU-Sinne (Ihr wisst schon – gebt es nicht als Eure Kreation aus und wenn Ihr es verwendet, steht Euch frei, die Quelle [hier!] anzugeben etc.) sei Euch allen dieses Bild überlassen – kopiert es überall dort hin, wo die Tendenz sich abzeichnet, dass CDU, CSU, SPD, Grüne oder FDP für eine der kommenden Wahlen beworben werden:

Boykottiert Merkel und Steinmeier und ihre Helfer!

Wer FDP wählt, wählt damit automatisch die CDU mit. Wer Grüne wählt, wählt damit automatisch die SPD mit (im Jamaika-Falle sogar die CDU). Wer SPD oder CDU/CSU aus eigenem Antrieb wählt, dem kann ich auch nicht mehr helfen… ;-)

Ach übrigens: Als Idee für den Wahltag schlage ich vor, gaaanz früh wählen zu gehen und den Rest des Tages mal wieder mit Euren Großeltern zu verbringen (Mensch ärger‘ dich nicht spielen, Kaffee und Kuchen naschen, usw.), wenn die Gefahr besteht, diese könnten sonst CDU oder SPD wählen. Sie freuen sich bestimmt, dass Ihr Euch mal wieder um sie schert…!

Schon gewechselt? Episode 002

Sie waren wieder da – die Männer von der Strommafia.

Ganz nett sind sie ja. Sichtbar mit Migrationshintergrund, deshalb umso erfreulicher, überraschender und faszinierender für den unbedarften Wohnungstüröffner, wenn sie besseres Deutsch sprechen als man/frau selbst. Die Masche funktioniert bestimmt in 7 von 10 Fällen, gerade bei leicht verwirrbaren älteren Leutchen, die die CSED (also CDU und SPD) noch für wählbar halten, das Programm von ZDF noch für anspruchsvoll und die Tagesschau für neutrale, wertungsfreie Nachrichten.

Ein netter Mann, etwa 1,83m, Hornbrille, maghrebianisch wirkend, kam also irgendwann auch an meine Tür. Da er vorher NICHT unten an der Haustür geklingelt, sich vorgestellt und sein Anliegen dargelegt hatte, oder gar mit mir rückversichert hatte, ob ein Gespräch über den Wechsel des Stromanbieters gewünscht sei, hatte ich alles Recht auf meiner Seite, in absentia des Vermieters für diesen Stellvertretend das Hausrecht auszuüben und ihn achtkantig rauszuschmeißen. Aber so bin ich nun mal nicht…

Anstattdessen verwickle ich ihn in ein kurzes informatives Gespräch. Das heißt, ich habe ihn informiert, zum Beispiel…
– darüber, wie schädlich eigentlich die Konglomerierung der Stromversorgung im Würgegriff der Großkonzerne ist, wie Effizienz, Nachhaltigkeit und Verbrauchernähe dabei flöten gehen
– dass kommunale, in öffentlicher Hand befindliche Unternehmen ohnehin moralisch überlegen sind und
– dass ich verdammt stolz bin, bei der öffentlichen Abstimmung gegen die Privatisierung jedweder Einrichtungen der Daseinsvorsorge in der Stadt Leipzig – und damit auch gegen die Zerfleischung der Stadtwerke durch die Wölfe Gazprom und Gaz de France – gestimmt zu haben.

Er schien dabei etwas nachdenklich – als hätte er den (?Gesprächsleit-) Faden verloren. Er meinte, er müsse weiter, wünschte mir einen schönen Tag (und freundlich ist er! Angesichts dessen allein wechseln doch schon 3 von 10 Leuten der Generation 50+ den Anbieter…!) und ich ihm viel Glück, trotz allem.

Monate vergingen unbehelligt, abgesehen von einem Zwischenfall.

Es klingelt und ein bekannter Maghrebianer steht vor der Tür. Der Anzug ist neu, das Hemd noch sichtlich gestärkt von der Fabrik, in der es vernäht wurde. Mir wird klar, dass die Stromkonzerne verzweifelt sein müssen, denn er ist nicht allein! Neben ihm, im gleichermaßen neuen und erstmals getragenen Anzug ein schmaler Junge von vielleicht 18 Jahren, handbreiter kurzgeschnittener Iro, grüne Krawatte (wie passend, wenn es um Strom geht – Greenwash ist überall).

Die gleiche Leier, die ich schon kenne, wird erneut angeschlagen. Bis er merkt, „nein warte – bei Ihnen war ich ja schon“ und sich ein Zug des Schreckens über sein Gesicht legt, nur um gleich wieder zu verschwinden – der Azubi darf nicht merken, wo er da eigentlich reingeraten ist. Da zieht meine Mitbewohnerin neben mir auf wie ein Unwetter und spricht den beiden einen deutlichen Hausverweis aus, nach dem wir die Tür schließen.

Kurzer Austausch:
„Frechheit. Immer derselbe Quatsch.“
„Der war schon mal da.“
„Trotzdem Frechheit. Normal müssten die jetzt gehen.“

Durch die Tür bemerken wir, wie die zwei Gestalten bei den anderen beiden Wohnungen in unserem Stockwerk simultan klingeln – keine Anstalten, dem Hausverweis zu folgen. Tür auf.

„Haben Sie nicht verstanden? Bitte verlassen Sie das Haus!“ Sie gehen die Treppe hinauf. Wir folgen und ich packe mein Callcenter-optimiertes Schwurbeldeutsch aus. Ich lege ihnen erneut ans Herz, das Haus zu verlassen, das BGB sei da eindeutig.
„Im Namen des Vermieters…“ yadda-bla-blubb.
Unglaublich: Die beiden wirken verunsicherter.
„Ich weiß ja, dass Sie unter einem enormen Verkaufsdruck stehen. Aber wieso brechen Sie Gesetze und die guten Sitten, um Ihre Ziele zu erreichen?“ Verdutzte Blicke vom Azubi zum Maghrebianer.
„Ich habe ja Verständnis für Eure Situation [und das stimmt 100%-ig…!], aber ich möchte Euch nahelegen, nachdem Ihr das Haus verlassen habt, sucht Euch nen ehrlichen Job. Ich vertraue darauf, dass Ihr dem jetzt nachkommt.“

Wenig später waren sie fort. Aus dem Fenster sah ich noch, wie der Maghrebianer dem Azubi etwas erklärt, einen Schritt voraus, auf dem Weg zur nächsten Adresse, die in dieser Gegend auf ihrer Liste stand. Wie akquirieren die eigentlich ihre Adressen? Gehen die gezielt in Häuser, wo bekannt ist, dass so-und-so-viel Prozent noch Kunden bei einem demokratisch kontrollierten Stromanbieter (also den Stadtwerken) sind? Wenn ja, wer leakt da unsere Daten?

Fragen über Fragen.

Wer jetzt noch wechselt, ist selber Schuld.

In der Krise verspricht jeder Konzern den Schäfchen das grünere G(r)as.

Strom kann nicht besser oder schlechter sein – jeder, der mal in einer Physikstunde saß, weiß das.

Aufruf – so darf es nicht weitergehen!

(hat mich per Mail erreicht)
z.K.

bitte weiterleiten: Ein breites lokales Bündnis in Leipzig ruft für den
25.06. zu einer ersten Auftaktkundgebung.

* * A U F R U F * *

* * SO DARF ES NICHT WEITERGEHEN! * *

** KUNDGEBUNG AM 25. JUNI, 18.00 UHR AUF DEM NIKOLAIKIRCHHOF **
___________________________________________________________

Die Welt wird durch eine Finanz- und Wirtschaftskrise noch nie erfahrenen
Ausmaßes erschüttert. Noch weiß niemand, wo das enden wird und noch bewahren
eilig zusammengezimmerte Notprogramme die nationalen Wirtschaften vor dem
totalen Aus.

Ständig weiter sinkende Real-Einkommen, Kündigungen und Kurzarbeit,
Insolvenzen, Alters-und Kinderarmut sowie fortschreitender Sozialabbau und
Existenzängste sind die unmittelbaren Folgen für die Lohnabhängigen und
Erwerbslosen, aber auch für viele Selbständige und Mittelständler.

Es wird behauptet, dass die Ursache in einem aus dem Ruder gelaufenen
unreguliertem Finanzsystem zu suchen sei und durch entsprechende
Regulierungsmaßnahmen das schon wieder in Ordnung gebracht werden könnte.

Diese Einschätzung teilen wir nicht!

Maximalem privaten Profit wird Vorrang vor dem Gemeinwohl eingeräumt -
solange das so ist, wird sich nichts ändern! Im Gegenteil! Weltweit werden
weiterhin Naturzerstörung und Klimakatastrophen, Kriege um Einfluss und
Ressourcen, Hunger und Armut, Demokratieabbau, Bildungsnotstand und
menschenunwürdige prekäre Lebensverhältnisse forciert oder zumindest in Kauf
genommen. Die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger aber
predigen noch immer grenzenloses Wachstum auf der Grundlage der alten Regeln
und Machtverhältnisse.

Mit den aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung werden Probleme nur
zugekleistert und verschoben – bis nach der Wahl! Eine weitere Runde
Sozialabbau steht ins Haus. Die Privatisierung der Gewinne und die
Sozialisierung der Verluste soll fortgesetzt werden. Der krisenhafte Prozess
ist so aber nicht aufzuhalten.

Das Ausmaß der Krisen zeigt, dass notdürftige Reparaturen am internationalen
ökonomischen System keine nachhaltigen Lösungen bringen werden. Sie sind
Teil des neoliberalen Systems und der dazu konzipierten Politik der letzten
Jahrzehnte und mit Sicherheit nur die Spitze des Eisbergs.

Aber nicht nur in Deutschland, weltweit erkennen immer mehr Menschen, wo die
Ursachen und die Verursacher tatsächlich zu finden sind, und sie nehmen es
nicht mehr schweigend zur Kenntnis!

Was wir jetzt brauchen, ist ein Bündnis aller, die begriffen haben oder es
auch nur fühlen, dass es so nicht weitergehen kann. Die entschlossen sind,
ihre Fragen und ihren Protest auf die Straße zu bringen und so für Druck von
unten auf die zögerlichen Mandatsträger in den Parlamenten und Regierungen
sorgen. Was wir brauchen, sind grundsätzliche Veränderungen im System, was
wir brauchen ist eine Ausrichtung der Politik auf eine an den Bedürfnissen
der Menschen und ihrer Umwelt orientierten Gesellschaft.

Betrachten wir die Krise als Chance – und nutzen wir sie! Jetzt! Nehmen wir
die Sache selbst in die Hand! Verleihen wir unserem Wunsch nach
grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen gemeinsam deutlichen
Ausdruck – zum Wohle aller Menschen statt zum Wohle von ein paar Wenigen!

Deshalb kommt am

DONNERSTAG, 25. JUNI um 18.00 UHR

zu einer ersten

KUNDGEBUNG auf den NIKOLAIKIRCHHOF!

Das Bündnis distanziert sich in seinem Protest von jeglichen antisemitischen
und rassistischen Positionen.

Ohne Worte / No Words

song chart memes
see more Funny Graphs

„Ich halte es für richtig, sich erstmal nur mit dem Thema Kinderpornografie zu befassen, damit die öffentliche Debatte nicht in eine Schieflage gerät.“
-- Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU)

Den ganzen Artikel dazu findet Ihr unter http://blog.fefe.de/?ts=b4d4dc71 , dann wird auch klarer, warum mir das ein „Fundstück des Tages / Catch of the Day“ wert ist.

Groove Armada – I see you Baby

Es gibt nur wenige Musikvideos, die puritanische Ausstattung mit gutem Rhytmusgefühl und ansprechender Nachbearbeitung zu etwas so Stimmigem verbinden wie bei diesem Klassiker aus den ’90ern des 20. Jahrhunderts. Mag der Text auch (von unten) an Banalität grenzen, das Video erhebt die Musik auf eine höhere Bedeutungsebene. Die unübertroffene Ästhetik aber ist eine ganz einfache und spielt mit den elementarsten Impulsen…

Der praktisch durchgängige Beat trägt sehr zum fesselnden Gesamteindruck des Videos bei – der Schnitt ist sehr gut getimed. Das Video lief häufig im Nachtprogramm von Viva und Viva2 in beiläufiger Konkurrenz zur Telefonsexwerbung, die man sich am nächsten Tag witzelnd auf dem Schulhof erzählte.

In Deutschland wird dieses Video auf YouTube und anderen Seiten geblockt, sofern Euer Provider auch der Contentmafia entsprechend zugetan ist. Unter folgendem Link könnt Ihr es aber in voller Länge anschauen. Viel Spaß!

http://www.garagetv.be/video-galerij/popmuziek/groove_armada_i_see_you_baby.aspx

Oberstleutnant Sanftleben – Die Bundeswehr im Interview

Was macht die Bundeswehr, um ihre Nützlichkeit und Notwendigkeit der Bevölkerung gegenüber unter Beweis zu stellen?

Wie sieht der Krieg jenseits des körperlich fitten Soldaten aus?

Warum hat Hitler den Plan zum Angriff von Seeckts bereits 1939 umgesetzt anstatt, wie Mitte der 1920er in der strategischen Planung entwickelt, erst 1953?

Wie spiegelt sich heute die soziale Herkunft in der Bundeswehr wieder?

Wie verhält sich die Bundeswehr zu sogenannten „National befreiten Zonen“ und warum?

Warum erscheint der Tausch Bier gegen Socken wichtig für den Fortbestand der NATO?

All dies und noch viel mehr erfährt in einem Video eine Beantwortung, das ich hier verlinke. Angesichts der Offenheit, mit der (Dank der Leistung Georg Schramms) Oberstleutnant Sanftleben die Fragen beantwortet und freimütig aus dem PR-Nähkästchen plaudert, muss man unter Umständen dazu neigen, den Charakter dessen, was man sieht als Satire ernsthaft anzuzweifeln – zuviel wird konkretisiert, das Lücken schließt, die sich beim Konsum der Tagesschau zwangsläufig und dem Wunsch der Militärs gemäß, ergeben.

Viel Spaß beim Anschauen, Ihr werdet die 45:02 Minuten (gefühlt kürzer!) keinesfalls bereuen, sondern sicherlich genießen (Feedback per Kommanetar gern gesehen).

http://www.dctp.tv/?deep=0,3,58,0#

Nur ein Post über Zensur

In einem Vortrag, den der preisgekrönte Journalist John Pilger 2007 hielt, zitierte er einen tschechischen Schriftsteller, den er noch vor der Wende besucht hatte. Jener hatte gesagt, in einer Diktatur habe man in einer Hinsicht etwas mehr Glück als in westlichen Demokratien (meine Übersetzung):

„Wir glauben nichts von dem, was wir in den Zeitungen lesen und nichts von dem, was wir im Fernsehen sehen, weil wir wissen, das sind nur Propaganda und Lügen. Anders als Ihr im Westen haben wir es gelernt, die Propaganda zu durchschauen und zwischen den Zeilen zu lesen. Im Unterschied zu Euch wissen wir, dass die wirkliche Wahrheit immer subversiv ist.“

Allen, die des englischen mächtig sind, möchte ich daher folgende vier Teile des Vortrags bei YouTube wärmstens empfehlen:
http://preview.tinyurl.com/lbh3n9 (Teil 1)
http://preview.tinyurl.com/nzttnq (Teil 2)
http://preview.tinyurl.com/lom4hs (Teil 3)
http://preview.tinyurl.com/lzn63d (Teil 4)

Zensur trifft immer diejenigen am härtesten, die nichts von ihr wissen oder wissen wollen.

Beethoven gratuliert mit Barenboim zum 60. „Geburtstag“ des Grundgesetzes

Horst again, hatte es kurz zuvor geheißen – immer noch keine Bundespräsidentin.

Es war eine Feierstunde großen Ausmaßes in Berlin, als über 600.000 BesucherInnen den Pariser Platz und Umgebung füllten, während in einem der Glaspavillions beim Brandenburger Tor Barenboim dirigierte. Barenboim, eine Persönlichkeit die durch Mut und Besonnenheit Kultur zur Völkerverständigung einsetzt, darüber hinaus eine Koryphäe seiner Disziplin.

Auf dem Fernsehschirm sah das alles ganz ruhig und andächtig aus. Leute standen zwischen den Absperrungen, standen da, lauschten, wie vom Blitz getroffen. Niemand bewegte sich (es sei denn zum Ortswechsel), Teilnahme durch Stille, Zuhören, Disziplin – so wie wir (?) es in der Schule gelernt haben. Verstehen die Deutschen nicht nur ihre Dichter nicht, sondern auch nicht ihre Komponisten? Die Neunte ist meiner Meinung nach eines der leidenschaftlichsten und luftigsten Werke, die aus deutscher Feder stammen können (außer Mozart). Und dennoch – die Menge steht wie angewurzelt.

Das ZDF (denkt bitte nicht, ich sei live dort gewesen!) war leider nicht so schlau, beim Schlusschor in die Menge zu zoomen, die Leute zu zeigen die mitsingen (in Japan hätt’s das nicht gegeben – wenn man da die Neunte spielt und der Schlusschor ertönt, springen signifikante Anteile des Publikums auf und stimmen mit ein; ein Gotthold Ephraim Lessing hätte bestimmt seine Freude daran die deutsche Aufrechterhaltung der vierten Wand angesichts der Aufführung einer Sinfonie zu studieren…!). Hat jemand mitgesungen? Wer nicht dort war wird es wohl nie erfahren.

Was wäre das für ein Fanfest für das Grundgesetz geworden, hätte auch nur ein Bruchteil derer, die sich bei den letzten beiden Bundes-Fußballfeiern mit schwarz-rot-gold zu schmücken bewogen fühlen, das an diesem Tage getan! Hätten doch nur einige sich mit der Farbe zur Verfassung bekannt…! Doch es wird wohl markenrechtliche Gründe seitens Bertelsmann haben: Die Farben werden nur für marktpolitisch Opportunes verwendet (was wir für Konsum-Hochs hatten, während der Fußball-Flaggenschwenkerei – die Merkel durfte das glatt Aufschwung nennen; und das ist doch schön, oder, wenn man in seiner Amtszeit als Bundeskanzlerin so etwas über das eigene Land verkünden darf…?), und nicht für echtes Bekenntnis zu Menschen- und Bürgerrechten.

Deutschland, dein Stolz ist wohlfeil und billig, wenn Du ihn dir von PR-Kampagnen so billig abkaufen lässt! Büchner und Heine rotieren bestimmt in ihren Gräbern.

Was wurde gefeiert? Feierten Horst, Angela, Guido, Roland und Alice sich und ihre PartnerInnen, sofern mitgebracht? Feierten sie die Grundrechte, die zu beschneiden sich diverse Ministerien gerade zu bemühen scheinen? Ist es der Schock, den die Medien ständig produzieren und in der Menge, in der Masse, früher hätte man vielleicht gesagt im Volke, ständig reproduzieren?

Während im Reichstag Prof. Horst Köhler wiedergewählt wurde, waren Flashmob-AktivistInnen unterwegs, um das Grundgesetz in Ehren und hochzuhalten, um Menschen zu sensiblisieren für die Rechte die sie haben aber viel zu wenig in Anspruch nehmen – die Rechte, die sich Überlebende des zweiten Weltkrieges nur deshalb von den Alliierten wünschen konnten, weil die widerlichste Phase deutscher Verführbarkeit mit großem Opfer überwunden war – weil niemand mehr daran verdient hätte, auch nur eine weiter Bombe auf Deutschland zu werfen, weil niemand daran verdient hätte, wenn Deutschland eine weitere Bombe geworfen hätte.

60 Jahre, Donnerwetter. Fünf Jahre noch, denken sich da vielleicht einige Zyniker in Organisationen mit B, dann schicken wir mit Köhler auch das Grundgesetz in Rente und machen’s wie die Kollegen damals in Argentinien. Aber halt – das geht ja nicht! Das geht ja erst ab 67…

Lasst uns auf Holz klopfen, dass alles gut wird, dass wieder demokratischer gesinnte Regierungen durch den Wähler zur Machtergreifung genötigt werden und dass der Frieden in Europa noch ein wenig hält – wenigstens noch bis Peak Oil. Oder Peak Kilowatt? oder Peak Oxygen…?

Horst…?!

Horst Köhler ist schon wieder Bundespräsident – warum?

Kann er noch mehr als vom Teleprompter ablesen und hier und da seine Frau grüßen? Offenstichtlich ja. Der Großteil dessen, was er im Interview mit Deppendorf und wie-heißt-noch-gleich-der-andere geäußert hat waren geschickte situationale Reframings dessen, was man ihm an Fragen entgegenwarf.

Manche würden vielleicht behaupten, dass es genau das ist, wozu ein Bundespräsident da ist: In ständiger Abwägung der Interessen aller etwas abzusondern, was alle (jawohl, alle!) für sich als eingängige Wahrheit verstehen wollen – Pacing³, sozusagen; und die gepaceten machen den Job alleine, denn sie gehen ja davon aus, dass sie mit-gemeint sind, dass er nicht zu ihnen alleine spricht, dass das Gesagte ihre Interessen bestimmt mit berücksichtigt hat…

Was, wenn es anderes herum wäre? Was, wenn alle Zuhörenden davon ausgingen, dass der Bundespräsident gerade das gesagt hat, was ihren eigenen Interessen diametral zuwiderläuft? Ganz einfach: Sie würden sich ärgern, sich damit von seiner (positiven) Grundstimmung ausschließen und womöglich noch den Tag versauen – die aalglatte Form übertölpelt den schwammigen Inhalt.

Gesine Schwan, bitte nutzen Sie die Stärke Ihrer jetzt gewonnenen Position und treten Sie erneut an! Dadurch, dass Sie nicht gewählt wurden, wird man nun Ihren (kritischen?) Worten sicher gerne noch mehr Gehör schenken! Oder sollen wir uns nur von einem Banker durch den Kakao ziehen lassen, den einzuschenken er mit geholfen hat?

5 Jahre sind nicht die Welt. Aber 5 Jahre nur der HORST…?

Du Bist Terrorist

Erinnert sich überhaupt noch jemand an die marktliberale und nationalistische Marketingkampagne Du bist Deutschland aus dem Hause Bertelsmann? Jetzt hat jemand die Idee aufgegriffen, der während er den Inhalt erstellte ausnahmsweise nicht bei der Vernunft den Schalter auf „aus“ geschaltet hat, ein neues Video produziert.

Vorerst nur den Link, wenn ich Zeit, Muse und die technische Finesse aufbringen kann, binde ich es später auch gerne ein.

Viel Spaß beim Gucken und Weitersagen…!

http://www.dubistterrorist.de/

taHjaj wo‘ – wej ghogh

http://video.msn.com/video.aspx?mkt=xx-kl

DaHjaj, >>taHjaj qo‘< < bomtaH Qanqor HoD 'e' vIQoy 'e' wa'DIch 'eb vIlo'ta'. Hoch wej ghogh lo'taH Qanqor HoD 'e' muSeymoH!

wa' tlhIngan bom QaQqu' 'oH bomvam 'ej Hoghvam >>khemorex-klinzhai<< QI‘lopDaq, pe‘vIl lubomjaj botlh puH‘a‘ thlIngan!

bomvam bobommeH peqeq! ;-)

Gleiches Recht für alle?

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30299/1.html

Der obige Link führt zum Artikel, auf den ich mich beziehe.

Ein Aktivist wird vorgeführt. Martin Budich soll mit einem leicht umgestalteten Bomberman-Plakat zum Mitführen nicht erlaubter Gegenstände (ob damit Kalorienbomben, Explosivkörper oder etwas ganz anderes gemeint sind, bleibt im Dunkeln) aufgerufen und die später bei einer Demo aufgetretene aggressive Stimmung provoziert haben; gleiches wird ihm mit Bezug auf eine Darstellung von Emily the Strange vorgeworfen, die eine Schleuder in der Hand hält – auch die dürften ja auf Demos nicht mitgeführt werden…

Sagt mal, geht’s noch?!

Muss jetzt jeder, der irgendetwas bildlich darstellt, das entfernt an etwas erinnern könnte, das nicht auf einer Demo mitgeführt werden darf, mit einer solchen Inquisition rechnen? Lasst mich das mal verallgemeinern bitte.
– Sonic the Hedgehog auf einem Plakat: Der Aufruf zum unerlaubten Mitführen spitzer Gegenstände?
– Super Mario auf einem Plakat: Der Aufruf zum Unerlaubten Mitführen schwerer Gegenstände (i.e., Falzzange o.ä. Werkzeug)?
– MegaMan auf einem Plakat: Der Aufruf zur unerlaubten Amputation eines Unterarms und Ersatz durch einen Granatwerfer?
– Tetris… : … Pflastersteine?

Ich befürchte, dass derart freies, wildes Assoziieren auch zu so einem Konstrukt wie bei den Bochumer Justizbehörden führen kann, vernünftige Recherche und Augenmaß hingegen scheinen hier nicht infrage zu kommen.

Eigentlich ist es schon skandalös, wenn Staatsorgane engagierten BürgerInnen, die die allenthalben (in Wahljahren?) gern geforderte Zivilcourage dann tatsächlich auch zeigen, Knüppel zwischen die Beine schmeißt – aber unter den engagierten BürgerInnen gibt es ja auch schließlich keine V-Männer, die vor Enttarnung oder vor dem Bloßstellen als Rädelsführer geschützt werden müssen…

s. hierzu auch:
http://blog.fefe.de/?ts=b759e116 und
http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama198.html

Nachdem ich den Panorama-Beitrag (s. zweiter Link) gesehen hatte, dämmerte mir erstmal, was für Mengen an Steuergeldern über den Umweg V-Leute in die Kassen der Nao-Nazis gespült werden – es ist vermutlich nicht falsch zu sagen, dass der Beitrag des Verfassungsschutzes zum Fortbestand der NPD sich inzwischen substantiellen Größen nähert (das StarTrek-Problem der Zeitreise stellt sich in diesem Falle neu: Wenn es niemals V-Leute in der NPD gegeben hätte, wäre Deutschland dann inzwischen von diesem Ärgernis befreit? Doch es gibt leider keinen chronologischen Doppelblindversuch, um das zu überprüfen…!).

Falls jemand noch mehr Links zu dem Thema findet, gerne in den Kommentaren zu diesem Beitrag hinterlassen.

Im Gegensatz zu manchen Nazis darf man bei den GegendemonstrantInnen davon ausgehen, dass sie besser unterscheiden können zwischen dem Inhalt eines Plakats und den Dingen, die sie nachher tatsächlich auf eine Demo mitbringen.

Der Spruch „Deutsche Polizisten schützen die Faschisten“ mag im Einzelnen unzutreffend sein, nur unangenehm über die Lippen derer gehen, die an eine intakte Demokratie in Deutschland noch zu glauben geneigt sind. Aber ich kann diejenigen verstehen, denen der Spruch inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen ist und dazu beiträgt, dass die Wut über das Verhältnis zwischen Nazis und der BRD wächst (ob Alt- oder Neo-Nazis macht auch für mich aufgrund der Entstehungsgeschichte der NPD keinen entscheideneden Unterschied).

Es darf einfach nicht soweit kommen, dass sich Justiz und Staatsorgane mehr und mehr gebärden, als wären sie die spanische Inquisition und sich hierbei auf diejenigen stürzen, die eben gerade greifbar sind (*hint* Nazis eher nicht…)! Hier und da gibt es sicher erfreuliche Ausnahmen, bei denen Polizei, Justiz und Ämter präventiv gegen Nazitum und -Aufmärsche vorgehen, aber besser wäre mehr

Und überhaupt, ich warte immer noch auf eine gemeinnützige Initiative der deutschen Wirtschaft gegen Nazitum – warum habe ich so etwas noch nie erlebt? Wo bleibt das Bekenntnis der Kapitalisten zur Demokratie, derselben Kapitalisten, die gerne Demokratie und Kapitalismus im selben Atemzug nennen? Eine Antifaschistische Stiftung, gegründet von Demokratiefreunden aus deutschen Konzernen:
– Antifa-Ackermann
– Widerstands-Wiedeking
– Protest-Piech
– …?

Hach, man darf ja wohl noch träumen, oder…? :-D
Bomberman (USK ab 6 Jahre (?)) jedenfalls ist kein Provokateur!

Zensursula!






Den Original-Code gibt’s auf http://vdl.odem.org/, und schon habt auch Ihr die Ministerin auf Eurer Seite – Ihr wisst schon, wie’s gemeint ist… ;-)

Update: Hab die Laien mal abgeschaltet. Zu speziellen Anlässen wird sie hier wieder erscheinen…

Ford & Hitler

„Wenn Sie an Ford denken, denken Sie an Baseball und Apfelkuchen. Sie denken nicht daran, dass Hitler ein Porträt von Henry Ford in seinem Arbeitszimmer hängen hatte.“
--Miriam Kleinman

(gefunden auf: http://www.derfunke.de/content/view/346/57/ )

„When you think of Ford, you think of baseball and apple pie. You don‘t think of Hitler having a portrait of Henry Ford on his office wall in Munich.“
--Miriam Kleinman

(found at: http://www.washingtonpost.com/wp-srv/national/daily/nov98/nazicars30.htm )

Schon gewechselt? Episode 001

Gerade hat eine Haustürakquisiteurin von Eprimo bei uns geklingelt. Eprimo? frage ich. Gehört zu RWE, erfahre ich. Ich sei doch schon Kunde bei Eprimo? werde ich gefragt. Hoffentlich? fügt sie etwas kleinlauter hinzu.

Ihr Opener war recht eingängig: Es ginge um unsere Strompreise, sie komme von Eprimo – dadurch wird der Frame erzeugt, es gäbe schon eine (vertragliche) Beziehung. Innerhalb dieses Frames tritt natürlich eine kognitive Dissonanz bei der/dem Angesprochenen auf (mit Absicht) und der Rest des Gespräches zielt darauf, diese zu beseitigen.

Die kognitive Dissonanz besteht darin, dass der/die Angesprochene zu Recht davon ausgeht, es besteht kein Verhältnis zum/zur AkquisiteurIn, jeneR aber durch kongruenzgeschulte Kommunikationstechnik den stärkeren Frame bereitstellt, auf den sich der/die Angesprochene mehr und mehr einzulassen geneigt fühlt – Kongruenz ist ein sehr mächtiges Mittel.

Ich habe mich kurz mit der jungen Frau unterhalten, über korporative Organisationsformen und warum kommunaler Besitz bei Energieunternehmen immer der absoluten Dualität Kapitalbesitzer versus Kunde (wie beim Konzern RWE, der Eprimo als Vermarktungslabel nutzt) vorzuziehen ist – da wurde ihr Gesicht etwas trancig und ich sagte noch, dass diese Dualität ja schon lange nicht mehr zeitgemäß ist. Wer Kongruenz als Arbeitsmittel einsetzt, öffnet sich damit auch gegenüber Suggestionen und muss aufpassen, nicht sein psycho-integritäres Hab und Gut zu verlieren. Kommunal kontrollierte Stromerzeuger sind moralisch überlegen.

Vielleicht hat jetzt auch die junge Frau von vorhin gelernt, dass mit Kongruenz nicht zu spaßen ist. Nach Erfolgsprämien bezahlte PrekarianerInnen wie sie sind es häufig, die es am wenigsten merken, wie man ihnen den Kakao auch noch zum Trinken vorsetzt, durch den sie sich bereitwillig ziehen lassen.

Warum eigentlich Twitter?

Vor einigen Wochen bin ich, nicht zum ersten mal, über Twitter „gestolpert worden“. Über blog.fefe.de wurde mir im Rahmen der Berichterstattung über Wikileaks verdeutlicht, dass für manche Nutzer Twitter eine unersetzliches Werkzeug zum Aufmerksamkeitsmanagement geworden zu sein scheint.

Wenn man den Strom des kollektiven, in Branen (aus der Physik entliehener Begriff) aufgeteilten Internet metaphorisch als Bergbach erfasst, wäre in meinen Augen Twitter eine Ansammlung von Strudeln oder Wirbeln: Die Aufmerksamkeit der Twitternden und deren Follower dreht sich im Kreis, während drum herum andere Teilmengen der Aufmerksamkeit weiter dem Meer zustreben (was dieses Meer darstellt, bin ich mir auch nicht ganz sicher).

Aufmerksamkeit sammelt sich also in solchen Twitter-Strudeln oder -Wirbeln, nur um sich aus dem Strom zu speisen und sich wieder in denselben zu ergießen. Ich stelle mir manchmal die Frage: Verändern diese Strudel den Strom oder bremsen sie ihn nur aus? Und ist es wiederum eine dieser Verwirbelungen der Aufmerksamkeit, dass ich jetzt diesen Text verfasse und Du/Sie (wer auch immer) ihn liest?

5 Points about the new Star Trek movie

#1 Sabotage

I love this song – it’s one of the few rock songs from my youth (I‘m in the middle of my twenties now) I really dig. So it’s about time that this piece takes over control when I think „Oh wait a sec, that’s what I‘ve seen in the trailer already, haven‘t I?“ and accompanies a near-youth’s rebellion in an adequate way.
Wouldn‘t it have been even better, if the song would have been completely „on-screen“ (instead of off accompanyment), i.e., if it had grown more and more silent with the Corvette (if I‘m not mistaken with the model) falling down towards its bitter crash on the rocky ground? Kirk switches it on, why isn‘t he responsible for its falling back to silence? (Why did they only make it background music?)

#2 Tattoos, gas guzzlers and the bad mouth of real gangstas from da hood

Did anyone else get the impression, that the „new“ so-called Romulans have a faint resemblance to gangster rappers? Three reasons:
1. They wear tattoos in the middle of their face (like Mike Tyson, but that’s another, while not unrelated, story)
2. Their „drilling“ device looks rather like a fuel hose for a very thirsty Humvee (btw, how much energy does a time machine consume and what is its carbon footprint?) and
3. They have no sense whatsoever for protocol (they say „Hello“ instead of „this is Commander Blabluruk from the Impreial Romulan Warbird Yaddarnik“ and use easy-to-unscrew NLP methods (instead of sound reasoning) to „convince“ their victims of the merits of surrender at gunpoint.

#3 The Theme

Yes – from the beginning on, as soon as we see the U.S.S. Kelvin, there’s music. But it is not the Star Trek theme nor anything remotely close to it – it’s an arbitrary SF movie theme (yet – hold on a minute. Fans are not entirely deprived of what they know. I promise…!). So it’s quite an anchor to, at least, recognize the technical sounds on the bridge: They make you feel remotely at home.

#4 Red Matter

How lousily lame would a metaphor be, that used „red matter“ as a synonym for blood? Within the Star Trek context, I never heard anything about „red matter“ or „Red Matter“ – nil, nought and zero. So, blood is the first metaphorical meaning I can think of.

Thus, we have villains that one *could* associate with blood. Many villains in narratives are vampires. Now – are the „new“ so-called Romulans Hip Hop vampires? Well, if, in #2 they qualify as (at least partly) gangster rappers and they continue to deal with „red matter“, how far-fetched could it be to say, this movie is (partly and only in terms of cultural masquerade) about Hip Hop Vampires?

#5 The movie knows that it does not belong

The movie is full to the brim with allusions to circumstances only known to fans. The parachuting sequence for instance – did anybody other than me notice the three jumper’s suits‘ and chutes‘ colors? If so, did you also pay attention to what’s happening to each of them? *hint-hint*

In a scorcher I read one day before watching the movie, I read something to the amount of „missing fürni“ or „missing IKEA stuff“, which all the viewers were used to know from TOS (and maybe, to some extend, from TNG). But in my view, it does not do the work a great deal of harm.

What I found a little more irritating is the cast for Uhura, Chekov and Scotty – as I watched the (magnificiently-done!) German dub version, it was more the looks and less the voices that disturbed me. Moreover, was the „racial factor“ the only tidbit of the equation taken into account when casting for Uhura, Chekov and Sulu? However, the IMHO (three) most central figures were bestowed with faces well fit for their roles.

In some way, this is not Star Trek, and in some way it is. As it’s past 3am CET now and I‘m just home from the performance (and an after-show glass of marvellous Blood Wine in Sixtina, the famous Leipzig absinthery) I cannot but fail to come to a definite conclusion about this – as of now, it’s an immensely rich movie and I hardly ever enjoyed it so much to be proven the tolerable digressiveness of a scorcher.

Qapla‘!






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