Verletzungskultur

Natürlich können wir damit weitermachen, einander zu verletzen.

Das wird auch nicht aufhören, nur weil einige austreten und andere dabeibleiben: Das hat nur die Funktion des Selbstschutzes (Ausnahme: Mandatsträger*Innen, denn ihr Austritt ist über Parteigrenzen hinaus überhaupt wahrnehmbar; außerdem Vorstände ab LaVo aufwärts, denn unterhalb davon schert es die Medien in der Regel auch nicht).

Natürlich können wir damit weitermachen, einander zu verletzen.

Wir reproduzieren die Kulturen und ihre Formen, aus denen wir stammen; die Kulturen und die Formen, mit denen wir aufgewachsen sind und mit denen wir sozialisiert wurden: Selbstreproduktion ist eine der Hauptfunktionen belebter Systeme — und soziale Systeme, wie sie Parteien und andere Organisationen auch welche sind, gehorchen auch diesen beschreibbaren Gesetzmäßigkeiten.

Natürlich können wir damit weitermachen, einander zu verletzen.

Und es werden sich Dinge ändern; und es wird Menschen geben, die schreiben die Änderungen der Abweichung von denjenigen Kulturen und Formen zu, mit denen wir alle aufgewachsen sind und sozialisiert wurden; und es wird Menschen geben, die schreiben die Änderungen der Reproduktion von denjenigen Kulturen und Formen zu, mit denen wir alle aufgewachsen sind und sozialisiert wurden.

Natürlich können wir damit weitermachen, einander zu verletzen.

Und wir sind damit aufgewachsen, dass wir bei geschehenen gegenseitigen Verletzungen darauf achten sollen, wer wen verletzt hat; welche Verletzungen wie stark waren; wer wen wie sehr verletzt hat; wer angefangen hat; wer wen provoziert hat; wer sich provozieren lassen hat; wer nicht aufgehört hat, obwohl er diese oder jene sozial vermeintlich höherwertige Eigenschaft aufweist; und wer wen womit manipuliert, zu Unrecht beschuldigt, verleumdet oder als Nazi bezeichnet hat: Damit reproduzieren wir dann die Kultur der Schuld.

Natürlich können wir damit weitermachen, einander zu verletzen.

Und wenn es keine Strukturen gibt, die extra so gestaltet wurden, dass sie die Kulturen und Formen, mit denen wir alle aufgewachsen sind und sozialisiert wurden, abmildert und ihre schädlichsten Auswirkungen beseitigt, werden wir Strukturen haben, die die Kulturen und Formen, mit denen wir alle aufgewachsen sind und sozialisiert wurden, stattdessen reproduzieren, festigen, und ausweiten helfen.

Natürlich können wir damit weitermachen, einander zu verletzen.

Und wir können immer auf nicht-anwesende Dritte (Personen, Gruppen, Organisationen, Institutionen, Fabelwesen, rechtliche und moralische Konstrukte) verweisen, um zu rechtfertigen, warum wir das tun, obwohl wir an uns einen eigentlich höheren Anspruch haben, einen Anspruch, nachdem wir alles anders, und neu, und besser, und menschenfreundlicher gestalten wollen.

Natürlich können wir damit weitermachen, einander zu verletzen.

Und wir können zu jedem Zeitpunkt darauf verweisen, dass wir selbst moralisch überlegener sind, weil das, was wir erlitten haben — angesichts dessen, was wir geleistet haben — mehr wiegt, als „die andere Seite“, die wir durch kognitive Abspaltung vom Ganzen erst einmal herbeidefinieren: Denn wenn jemand „nicht-wir“ ist, wird die Identität „unserer eigenen Gruppe“ stärker.

Natürlich können wir damit weitermachen, einander zu verletzen.

Aber ich schlage vor, dass wir uns selbst anschauen. Dass wir anschauen, wie wir selbst verletzt wurden: Und darüber trauern. Dass wir anschauen, wie wir andere verletzt haben: Und darüber trauern. Dass wir uns vor Augen führen, wie wir einander bekämpft haben, davon einen Schritt zurück treten, „der anderen Seite“ einen anerkennenden Gedanken zubilligen, und dann lachen über das Kämpfen und lachen über die Narben der Wunden, über die wir jammerten.

Natürlich können wir damit weitermachen, einander zu verletzen.

Aber ich schlage vor, wir machen das nicht.

Natürlich können wir damit weitermachen, einander zu verletzen.

Aber ich schlage vor, wir machen etwas anderes: Wir führen uns jederzeit vor Augen, wie alles, das wir tun, was wir sagen, was wir schreiben, und die Art und Weise wie wir hinüberblicken ankommen wird; wie unser Gegenüber uns sehen, hören, wahrnehmen, verstehen wird; welche Wahrnehmungen wir durch unser Tun und Unterlassen auslösen.

Natürlich können wir damit weitermachen, einander zu verletzen.

Aber ich schlage vor, dass wir Achtsamkeit über Moral, Gerechtigkeit, und alle anderen Werte stellen, die aus den Kulturen und Formen kommen, mit denen wir alle aufgewachsen sind und sozialisiert wurden: Und deshalb werde ich diesen Vorschlag auch nicht begründen.

(CC-BY-2015)

„Ein Linux-Nerd, ein Apple-Fanboy und ein Windows-Opfer gehen in eine Bar…“ / „A Linux nerd, an Apple fanboy and a Windows victim go into a bar…“

Es gibt ja jede Menge Witze nach dem Schema „Ein(e) $a ein(e) $b und ein(e) $c gehen in eine Bar“ – warum gibt es das nur für alte und nicht für neue Religionen? Ich befinde: Auch die Orthodoxien, die Windows-, Apple- und Linux- NutzerInnen trennen (und vereinen!) verdienen es, dass man sich über sie lustig macht. Und ggf. beömmelt.

Das ist der Aufruf an Euch alle: Vervollständigt in den Kommentaren folgenden Witz: „Ein Linux-Nerd, ein Apple-Fanboy und ein Windows-Opfer gehen in eine Bar…“ Ich schalte die Kommentare dann nach und nach frei, wenn sie keine blanke, netiquettenfeindliche Trollerei enthalten! ;-)

Viel Spaß!

PS: Wenn natürlich die Trollerei TEIL DES WITZES IST – immer her damit! ^_^

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(and in English)
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There are a lot of jokes roaming the wide open spaces of the internet that work like „A(n) $a, a(n) $b and a(n) $c enter a bar“ – why do they seem to be only for the old religions and not for the new ones, too? I opine: Also orthodoxies which seperate (and unite!) Windows victims, Apple fanboys and Linux nerds deserve to be ridiculed. And, if appropriate, wet yourself doing so.

This is a call to you all: Please complete in the comments the following joke: „A Linux nerd, an Apple fanboy and a Windows victim go into a bar…“ I will unlock your commentaries one by one, if they are free from the worst netiquette-disrupting forms of trollery! ;-)

Enjoy!

PS: Of course, if the trolling is PART OF THE JOKE – do it! ^_^

Warum die Piraten in Berlin die 5%-Hürde überspringen



Diesen Beitrag schreibe ich hier hauptsächlich deshalb, weil ich nicht weiß, ob er (als Kommentar) hier auch freimoderiert werden wird. Die allgemeinen, teils unreflektierten Punkte sind dem Platzmangel (1000 Zeichen) bei blog.tagesschau.de zu verdanken.

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Ich wohne nicht in Berlin. Ich kann nur dafür sprechen, was ich allgemein über die Piraten weiß und von ihnen erwarte.

Ein erfreulicher Punkt bei der Piratenpartei ist, dass sie Wirkprinzipien direkter Demokratie in ihren eigenen Parteistrukturen verwendet und diese auch auf breiterer Basis etablieren möchte. In einer komplexer werdenden Welt mit fragmentierten Teilöffentlichkeiten ist keinem Bürger zuzumuten, NUR vermittels Stimmabgabe für ein „beworbenes Gesicht“ (das für häufig nicht erkennbare Partikularinteressen eintritt) seinen Einfluss geltend zu machen!

Warum die Jüngeren? Weil die Älteren den Namen für unseriös halten. Im 20. Jahrhundert sozialisiert, ist in deren politischer Perspektive mitunter für Humor und Streisandeffekt kein Platz.

Zudem ist Transparenz ein gewaltiges Thema: Nachdem es auf vielen Ebenen Datenschutzbeauftragte gibt, könnte die Piratenpartei mit helfen, den Weg für Informationsfreiheitsbeauftragte frei zu machen.

Unserer Demokratie täte das nur gut!

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Is a deletion maybe the only option to get a global leaking platform working again?

(Das ist die Übersetzung eines Blogposts von Fefe, der hier https://blog.fefe.de/?ts=b0b3ac18 permanent einsehbar ist. Ich wurde gebeten zu ergänzen, dass NICHTS HIERVON eine Positionierung des CCC darstellt.

This is a translation of a blog post by Fefe, the original is to be found here: https://blog.fefe.de/?ts=b0b3ac18 I was asked to add, that NONE OF THIS is to be regarded as the official position of the CCC.)

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This Openleaks-Wikileaks bitchery is increasingly getting worse. I was musing for some days, now, how we can get out of this thing at all. There’s a conviction growing inside of me, that this is utterly impossible by now.

Here is my train of thought on this.

Daniel said, that he was willing to hand back the data, when Julian can establish a proper degree of safety* and security* (translator’s remark: German „Sicherheit“ means both, „security“ and „safety“ – above that it means „surety“ / „certainty“. To stay out of semantic trouble, I coordinate plausible translations by „and“, if there’s not an overbearing tendency towards either meaning). Thus he stated publicly, that he is responsible for safety and security of these whistleblowers. By doing so, IMO, he has also shredded the possibility of striking a reasonable deal. Because – let’s assume Julian comes along and says that he built something. While we keep in mind that Daniel has taken responsibility for the submitters. So he won‘t be able to hand it over, unless he is certain, that Julian’s installation is secure. How is he going to check up on this? Can he even do that, at all? Why would he want to check this? After all, that’s his competitor and he should pretty well invest his time into checking his own platform, not into checking Julian’s.

Ultimately, Daniel can only be on the losing side if he gives in to this. Therefore I do not believe, that this will happen.

For citizens and whistleblowers this would of course be perfect, Julian and Daniel competing in a race to find each other’s bugs, because in the end both platforms would gain security during the process. :-)

My major point is: Daniel cannot hand the data back. Because doing so, he would confirm that Julian’s platform is secure. And what if, then, some part of the data gets lost? Then Daniel would be in for it, PR-wise. If Julian is really as evil as Daniel seems to believe, Daniel even had to assume that Julian „loses“ the data intentionally, just to let Daniel look bad.

To put it short: By his utterance, Daniel has manoeuvred himself into a corner, and there is no way out.

The currently discussed alternative of deletion would be the only conceivable compromise remaining for Daniel right now. That is why it does not surprise me, that this is being discussed right now. I have raised this idea at the Camp with a select couple of people, but Daniel’s team was faster, they already discussed that, before my suggestion got through to them.

Deletion is good for a start, because Daniel would do away with future harm for him and his project. The very existence of these data is a sword of Damocles. Anyhow, I cannot comprehend, how he could live with such a booby-trap in his vicinity for so long. Considering how palpably the Americans wrenched Bradley Manning, and the fact that there could be data within these leaks that are of just as much or even higher brisance, then my gut reaction would have been to get rid of them immediately, or to not take them along in the first place.

But the problem is not solved in the event of deletion. Because in a way, that would be his betrayal of the whistleblowers. Some risked their lives forwarding the data to Wikileaks. And considering the trust Wikileaks enjoyed, and the possible brisance of these data, I can pretty well imagine, that the whistleblowers themselves disposed of them after sending them to Wikileaks. If I were a whitleblower, I would handle it this way. You would not want to leave any trace to evidence incriminating you as a whistleblower! Albeit, the data would be demolished, if Daniel really deletes them. The bitching problem would be defused alright, but then again, these whistleblowers would have risked their lives for nothing.

And the other issue is, that we are dealing with a crisis of trust and confidence. If someone did not trust Daniel up to now, then they will not trust Daniel that he did not make a quick backup before the deletion.

This is why I view the deletion more as a gesture than as a solution. But it is a gesture at all. The other aspects of this trench warfare are more remindful of the trenches of Verdun than of negotiations that could lead to any kind of an amicable agreement.

My main worry is, that there is maybe no solution to this problem. Except if Daniel and Julian start getting along with each other again, but this kind of prospect looks rather dim.

Sigh.

A different alternative worthy of discussion would be, that Daniel hands over the data to a trusted third party that takes care of wiping the metadata and hands the data over to Julian. But I do not deem this feasable, either. First: Who will bear responsibility? Daniel would still not be off the hook, PR-wise.

Second: Which third party should that be? Apparently, the CCC is not in this race any more.

And third: Why should Julian agree to that? Currently he is not able to publish anything out of his house arrest, and in terms of game theory, he is in the perfect situation for fingerpointing towards „Daniel the saboteur“. He can only lose by yielding to that. Oh and by the way, if he gets the data, and restarts publishing leaks again, doing so he admits to not getting a submission process done, that he is in need of Daniel’s preliminary work, in order to offer any content, at all. Why should he do that?

UPDATE: Of course it is not helpful for the narrative, when Daniel torpedoes his own demands to Julian’s submitter protection with utterances like this:

On demand, Domscheit-Berg confirms, his wording in the Freitag interview were unprecise and had „slipped his attention“ during authorization. Indeed some of the activists had access to the data, theoretically, but Openleaks had no intention of using the data.

UPDATE: Maybe I do misinterpret it, as yet, and in fact they really do not want to erase the data, but only the keys to them. So far, I deemed this a misreporting by the media, who do not understand this difference. The key’s deletion could be valued as the assertion, that Openleaks is not going to utilize the data. IMO, nobody thinks so, anyway. Then this whole procedure would be an absolute dummy action, because the only one this would have to be proven to, Julian, certainly does not believe that. After all, there still could be „backups“ of the key in Daniel’s living room or something like that.

+++

(If you want to use this translation of Fefe’s blogpost, please feel free to contact him for permission, as for the content or quotes. I hereby allow usage of my translation – especially, but not restricted to, Fair Use – under mention of source (i.e. eigensinn.blogsport.de) and free of charge.)

Exzerpt des Dialogs zwischen Bradley Manning und Adrian Lamo: Die 30 Silberlinge - Excerpt of Bradley Manning's chat with Adrian Lamo: The 30 Silver pieces

Martin Luther King, Jr.: „I Have a Dream…to Go to War?!“

mit freundlicher Empfehlung vom AK Vorrat…

„Wort halten, FDP“ – AK Vorrat ruft zu Telefonaktion auf (20.01.2011) Drucken E-Mail

+++ Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung bittet heute alle Internetnutzer, sich für einen Anruf bei FDP-Bundestagsabgeordneten 5 Minuten Zeit zu nehmen, um die geplante Vorratsspeicherung jeder Internetverbindung in Deutschland zu verhindern +++

Schon anlässlich des heutigen Treffens des Koalitionsausschusses am Abend könnten CDU, CSU und FDP die Wiedereinführung einer Vorratsdatenspeicherung in Deutschland vereinbaren, befürchten die im AK Vorrat zusammen geschlossenen Bürgerrechtler, Datenschützer und Internetnutzer. Um dies zu verhindern, sollen besorgte Internetnutzer heute telefonisch eine Sperrminorität von mindestens 21 FDP-Bundestagsabgeordneten überzeugen, öffentlich zuzusichern, dass sie – wie von der FDP wiederholt beschlossen – der Wiedereinführung einer Vorratsdatenspeicherung unter keinen Umständen zustimmen werden, auch nicht der von der Bundesjustizministerin vorgeschlagenen Internet-Vorratsdatenspeicherung.

Nach einem „Eckpunktepapier“ von Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) soll künftig für die gesamte Bevölkerung auf Vorrat protokolliert werden, wer wann mit welcher Kennung (IP-Adresse) im Internet gesurft hat. In Verbindung mit anderen Informationen, die Anbieter wie Google, Twitter oder Youtube speichern, würde so potenziell unsere gesamte Internetnutzung nachvollziehbar werden, also jede unserer Eingaben, jeder unserer Klicks, jeder unserer Downloads, jeder unserer Beiträge/Posts im Netz. Dies bedroht die Informationsfreiheit im Internet, weil man Nachteile durch den Aufruf „potenziell verdächtiger“ Seiten oder die Verwendung „potenziell verdächtiger“ Suchwörter befürchten müsste. Der Vorschlag würde weitgehend das Ende der Möglichkeit anonymer Kommunikation und Publikation im Internet bedeuten. Damit steht auch der Schutz kranker, ratsuchender oder bedrohter Menschen auf dem Spiel, die oftmals nur im Schutz der Anonymität bereit sind, sich im Internet zu informieren oder helfen zu lassen.

Nach dem Vorschlag der Ministerin könnte die Polizei Internetnutzer noch nach Tagen (bis zu sieben Tage lang) ermitteln, und zwar „für die Aufklärung aller Straftaten“, selbst bei Verdacht von Bagatelldelikten wie Beleidigung oder Filesharing, und zwar ohne richterliche Prüfung oder Genehmigung. Zulässig wäre auch ein präventiver Datenzugriff ohne Tatverdacht, Zugriffe durch Geheimdienste (§ 113 TKG) und eine Namhaftmachung gegenüber Abmahnanwälten (§ 101 UrhG). Selbst an 29 ausländische Staaten einschließlich der USA wären die Daten auf Anfrage herauszugeben.
Mit einer Zustimmung zu diesem Vorschlag würde die FDP ihr Wort brechen, das sie vor der Bundestagswahl in ihrem Wahlprogramm gegeben und in vielen späteren Beschlüssen und Aussagen stets wiederholt hatte: „Die anlass- und verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung hat die FDP von Anfang an abgelehnt“[1] und: „Der Rechtsgrundsatz, dass grundrechtsrelevante Maßnahmen im Rahmen der Strafverfolgung oder der Gefahrenabwehr nur unter der Voraussetzung erfolgen, dass ein ausreichender Verdacht oder Anlass für diese Maßnahme gegeben ist, muss auch im digitalen Raum gelten. Wir lehnen daher die verdachts- und anlassunabhängige Speicherung personenbezogener Daten auf Vorrat ab.“[2]

Die Vorratsdatenspeicherung steht auf der Tagesordnung der Sitzung des Koalitionsausschusses im Kanzleramt am heutigen Abend. FDP-Spitzenpolitiker sind bislang bereit, einen Kompromiss mit CDU und CSU auszuhandeln. Die Union will in den Verhandlungen sogar noch eine sehr viel weiter reichende Vorratsprotokollierung auch unserer Telefon-, Handy-, E-Mail- und Anonymisierungsdienstnutzung für eine Dauer von sechs Monaten durchsetzen. Was als Ergebnis beschlossen würde, ist offen; der AK Vorrat befürchtet das Schlimmste. Die innenpolitische Sprecherin der FDP Gisela Piltz erklärte am Dienstag, rote Linie bei den Verhandlungen sei lediglich die „Einhaltung der Kernaussagen des Bundesverfassungsgerichts“, wonach bekanntlich eine sechsmonatige Vorratsspeicherung von Telefon-, Handy-, E-Mail-, Internet- und Anonymisierungsdienstnutzung mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Auch die Bundesjustizministerin will sich auf einen „Kompromiss“ mit CDU/CSU einlassen und ist bereit, über „Fristen“ und „die einzelnen Punkte“ zu sprechen.

Vor diesem Hintergrund sollen heute zahlreiche Telefonanrufe die FDP-Bundestagsabgeordneten an ihre Zusage erinnern, jede „anlassunabhängige Speicherung personenbezogener Daten auf Vorrat“ abzulehnen. Im AK Vorrat-Wiki gibt es dazu eine Liste der Telefonnummern der Abgeordeten der FDP-Fraktion und eine Handreichung für das Gespräch mit den Abgeordneten. Wenn nur 21 der 93 FDP-Abgeordneten überzeugt werden, Wort zu halten, ist jeder Kompromiss blockiert, weil laut Koalitionsvertrag „wechselnde Mehrheiten ausgeschlossen“ sind. Jeder kann an dieser Aktion teilnehmen und mithelfen!

Die Aktionsseite im AK Vorrat-Wiki lautet: http://wiki.vorratsdatenspeicherung.de/Wort_halten_FDP

Regen oder Traufe; Teufel oder Beelzebub? Einige Fragezeichen zur Nacht

In der Wikipedia fand ich hier (http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Gauck)
folgendes:

„1999 wurde Gauck innerhalb der CSU als Bundespräsidentschaftskandidat vorgeschlagen und war auch in den folgenden Jahren als möglicher Kandidat für die Parteien CDU/CSU und FDP im Gespräch.“

Sollte das nicht der SPD und den Grünen sowie ihrer Anhängerschaft kräftig zu denken geben?

Welchen Sinn macht es denn für die SPD und die Grünen, wenn die den Kandidaten des anderen Lagers nominieren? Versteht das jemand? Etwa nur, weil Gauck Atlantiker ist und „Mutti“ nicht? Sind SPD und Gruene so blöd, Gauck nur für ein Anti-Merkel-Taktieren zu missbrauchen – jetzt, wo gar kein Wahlkampf ist? Das erscheint dann doch ein wenig seltsam (es sei denn natürlich, die beiden Parteien wollten die Regierung bis aufs Ärgste strapazieren).

Was mich am meisten wundert: Sollte es so sein, dass das wertkonservative Lager (also Koch, Rüttgers, Schäuble usw.) NICHT am selben Strang zieht wie die Atlantiker? Dann wäre für mich der (hochspekulative!) Umkehrschluss, dass die Atlantiker zu einer anderen Strömung gehören – bliebe ja eigentlich nur noch neoliberal, womöglich noch neokonservativ. Wäre das nicht erbärmlich, wenn SPD und Grüne einen neoliberalen Bundespräsidenten ins Amt zu hieven suchen, nur um ihn einem evangelikalen (und damit wert- und / oder neokonservativen) Gegenkandidaten entgegenzuwerfen? Das würde die Behauptung ad absurdum führen, es handle sich bei diesen beiden Parteien noch um etwas, das von der FDP verschieden ist – und dass das nicht mehr gegeben ist wäre doch wirklich schwer zu glauben.

Es sei denn natürlich, wir haben das Ende der Parteiengeschichte in diesem Land schon (wieder) erreicht und es gibt im Prinzip nur noch eine herrschende Partei – nennen wir sie der Einfachheit halber CSED (Christlich-Sozialdemokratische Einheitspartei Deutschlands; FDP und Grüne sind im Namen durch das „E“ hinreichend erfasst), und alle Unterschiede, die uns vermittels der Medienmaschinerie angeboten werden, wären hinfällig und plakative Lüge. Richtig neu wäre das dann aber auch nicht mehr… ;-)

Wie wäre es mal wieder mit jemandem in einem hohen deutschen Staatsamt, der oder die nicht über weniger als 2 Schritte mit religiösen Sekten, oder zumindest Kirchenämtern, in Verbindung steht? Bräuchte vielleicht Deutschland langsam mal so etwas wie die Jungtürken (http://de.wikipedia.org/wiki/Jungtürken), nur halt bitte ohne Militarismus und politische Gewalt? Vielleicht eignet sich ja die Piratenpartei, die Berliner BRD zurück auf den Weg eines fortschrittsbefördernden Säkularismus zu bringen, womöglich hin zu Laizität…!

Wo bleibt der/die KandidatIn der Piratenpartei für Schloss Bellevue?!

Totholz-Gender-Thema

(Vorsicht: Ich schreibe lange Sätze die mit reinem Überfliegen oder Querlesen oft nicht zu verstehen sind! Außerdem gendere ich und lasse mich auf keine Konvention ein, die Gegenteiliges vorschreibt; es ist der Ausdruck dessen, wie ich dem Phänomen nach über 5 Jahren Gremienarbeit in einem StudentInnenrat gegenüberstehe)

„…hinterher von neuem diese unsäglich dümmlichen Kommentare über die frauenfeindlichen Piraten in der Presse lesen müssen – endlich ein Thema, was nullachtfünfzehn-durchschnittlich-begabter-Journalist begreift, da er das, was tatsächlich passiert, garnicht mitbekommt…“

(Das war ein Kommentar zu einem Blogeintrag hier: http://die13.wordpress.com/2010/05/19/piratinnen-auf-dem-bundesparteitagkentern-statt-gendern/ Dort habe ich diesen, meinen Blogeintrag auch als Kommentar abgefasst – hier einfach nochmal wegen Verfügbarkeit für mich… ;-) )

Spontan und sarkastisch betrachtet könnte ich jetzt schreiben: Tja, willkommen in der kognitiven Welt des Totholzmedien-Qualitätsjournalismus!

Es ist müßig und für manche PiratInnen unbequem von _irgendjemandem_ hören zu müssen, dass die Piratenpartei für Wahlerfolge darauf angewiesen sei, das Wohlwollen oder auch nur das Verständnis der Totholzmedien zu erlangen. Diese aber kriegen das Phänomen Piratenpartei (kein Binnen-I hier, da es ja der Eigennname ist) einfach nicht gerade auf die Schiene:
„Was sind das (also, PiratInnen) für welche? Wissen wir (also, Totholz-Journis) etwas über Parteien und/oder deren Arbeit, das uns helfen könnte, die Piratenpartei besser zu verstehen (bzw. Geschichten über sie zu schreiben, die sich besser verkaufen *s*) und zu begreifen, welche Bedeutung sie für die Gesellschaft hat und welches Potential sie entfalten kann?“

Wenn Totholz-Journaille über die Gender-Problematik beim BPT der Piratenpartei berichtet, dann möglicherweise deshalb, weil sie die anderen Themen zu einem, wie ich vermute, großen Teil nicht verstehen! Ist es jetzt für die Piratenpartei besser oder schlechter, dass es so gekommen ist, als wenn die Totholz-Journaille sich NICHT (oder weniger intensiv) mit diesem BPT befasst hätte? Gilt Karl Dalls(?) Satz, „Gute oder schlechte Schlagzeilen – scheißegal, Hauptsache, mein Name ist richtig geschrieben“ auch für die Piratenpartei?

Das sind Fragen in Richtung einer Post-Totholzmedien-Debatte. Die kann geführt werden, oder man/frau lässt es bleiben.

Meiner Erfahrung (als Geisteswissenschaftler) nach sind Themen wie Gender, Rassismus, Sexismus und Ethnizität bisher nur von den Geisteswissenschaften annähernd so weit bearbeitet, dass eine Gestaltungsarbeit in Gremien (und der Gesellschaft als Ganzem) hin zu mehr Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung überhaupt begonnen werden kann.

Wenn jemand in der Piratenpartei (in der GeisteswissenschaftlerInnen vermutlich trotz des hohen AkademikerInnenanteils eine Minderheit darstellen) behauptet, die ganze Partei sei post-Gender – then I call: Bullshit (please excuse my French today)!

Wenn diejenigen, die die Debatte in eine Richtung führen, dass Maßnahmen zur Bewusstseins(-selbst-)bildung zum Thema Gender in der Piratenpartei überflüssig seien, durch diese Argumentation erreichen wollen, dass eine Gleichbehandlung stattfindet und Gleichwertigkeit gelebt wird, ist das eine Absicht, die ich nur unterstützen kann! Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich aber, dass man (!) mit dieser Einschätzung meilenweit daneben liegen kann – vor meinem Studium hielt ich mich auch für post-gender und hielt es für den letzten Quatsch, dass ich mich für mein Studium in derartige Theorietexte einlesen sollte („Wieso – sind doch alle gleichberechtigt per Grundgesetz…!“). Aber das ist jetzt sogar schon 7 Jahre her.

Wenn die Piratenpartei sich der Genderdebatte behutsam und respektvoll annimmt und über den Tellerrand technischer(?) Lösungen und Definitionen zu blicken wagt, könnte es sein, dass alle ihre Mitglieder auf lange Sicht davon profitieren. Wenn dies aber nicht stattfindet, dann bleibt’s halt (befürchte ich, mit Rücksicht auf die Wahlergebnisse und deren Verhältnis zur Präsenz in Totholzmedien) bei anderthalb Prozent.

Ehrlich gesagt, das hielte ich für eine verantwortungslose Verschwendung von sehr viel inhaltlichem Potential – dass die Zeit der Ein-Themen-Partei vorbei ist, muss ich ja auch niemandem mehr erzählen… ;-)

Antrag auf Umbenennung der Piratenpartei (http://u.nu/6heh9)

Au weia! Wenn es zu dieser Umbenennung kommt, dann hör ich auf, Euch zu wählen!

Dann kommt mein Kreuzchen halt wieder ohne zu überlegen ins Feld der Linken, der APPD, der PoP, ins Feld von Die Partei, der Front deutscher Äpfel, der PSG oder der ÖDP – je nachdem wie wichtig die jeweilige Wahl ist ;-)

Leute, ernsthaft: Ihr habt mit „Piraten“ eine derart geile Corporate Identity aufgebaut und mit Euren Symbolen ein derart unverwechselbares Corporate Design geschaffen, da können die anderen Parteien mit ihren (whuou!) Schriftarten nur leise weinen!!1!

Wer es ernsthaft vorschlägt, den Namen zu ändern, dem möchte ich folgendes an den Kopf werfen: http://www.youtube.com/watch?v=gb_qHP7VaZE
Und nochmal auf Deutsch: http://www.youtube.com/watch?v=6pwmffpugRo

Wer nicht begriffen hat, dass Spalterei eine Bewegung und ihre Anliegen in der Regel schwächt, der muss halt ne eigene Partei aufmachen, aber … bitte nicht! m(

Boykottiert Merkel und Steinmeier! Boykottiert die CSED! Boykottiert alle, mit denen zu koalieren sie angekündigt haben!

Zur freien Verfügung im GNU-Sinne (Ihr wisst schon – gebt es nicht als Eure Kreation aus und wenn Ihr es verwendet, steht Euch frei, die Quelle [hier!] anzugeben etc.) sei Euch allen dieses Bild überlassen – kopiert es überall dort hin, wo die Tendenz sich abzeichnet, dass CDU, CSU, SPD, Grüne oder FDP für eine der kommenden Wahlen beworben werden:

Boykottiert Merkel und Steinmeier und ihre Helfer!

Wer FDP wählt, wählt damit automatisch die CDU mit. Wer Grüne wählt, wählt damit automatisch die SPD mit (im Jamaika-Falle sogar die CDU). Wer SPD oder CDU/CSU aus eigenem Antrieb wählt, dem kann ich auch nicht mehr helfen… ;-)

Ach übrigens: Als Idee für den Wahltag schlage ich vor, gaaanz früh wählen zu gehen und den Rest des Tages mal wieder mit Euren Großeltern zu verbringen (Mensch ärger‘ dich nicht spielen, Kaffee und Kuchen naschen, usw.), wenn die Gefahr besteht, diese könnten sonst CDU oder SPD wählen. Sie freuen sich bestimmt, dass Ihr Euch mal wieder um sie schert…!

Schon gewechselt? Episode 002

Sie waren wieder da – die Männer von der Strommafia.

Ganz nett sind sie ja. Sichtbar mit Migrationshintergrund, deshalb umso erfreulicher, überraschender und faszinierender für den unbedarften Wohnungstüröffner, wenn sie besseres Deutsch sprechen als man/frau selbst. Die Masche funktioniert bestimmt in 7 von 10 Fällen, gerade bei leicht verwirrbaren älteren Leutchen, die die CSED (also CDU und SPD) noch für wählbar halten, das Programm von ZDF noch für anspruchsvoll und die Tagesschau für neutrale, wertungsfreie Nachrichten.

Ein netter Mann, etwa 1,83m, Hornbrille, maghrebianisch wirkend, kam also irgendwann auch an meine Tür. Da er vorher NICHT unten an der Haustür geklingelt, sich vorgestellt und sein Anliegen dargelegt hatte, oder gar mit mir rückversichert hatte, ob ein Gespräch über den Wechsel des Stromanbieters gewünscht sei, hatte ich alles Recht auf meiner Seite, in absentia des Vermieters für diesen Stellvertretend das Hausrecht auszuüben und ihn achtkantig rauszuschmeißen. Aber so bin ich nun mal nicht…

Anstattdessen verwickle ich ihn in ein kurzes informatives Gespräch. Das heißt, ich habe ihn informiert, zum Beispiel…
– darüber, wie schädlich eigentlich die Konglomerierung der Stromversorgung im Würgegriff der Großkonzerne ist, wie Effizienz, Nachhaltigkeit und Verbrauchernähe dabei flöten gehen
– dass kommunale, in öffentlicher Hand befindliche Unternehmen ohnehin moralisch überlegen sind und
– dass ich verdammt stolz bin, bei der öffentlichen Abstimmung gegen die Privatisierung jedweder Einrichtungen der Daseinsvorsorge in der Stadt Leipzig – und damit auch gegen die Zerfleischung der Stadtwerke durch die Wölfe Gazprom und Gaz de France – gestimmt zu haben.

Er schien dabei etwas nachdenklich – als hätte er den (?Gesprächsleit-) Faden verloren. Er meinte, er müsse weiter, wünschte mir einen schönen Tag (und freundlich ist er! Angesichts dessen allein wechseln doch schon 3 von 10 Leuten der Generation 50+ den Anbieter…!) und ich ihm viel Glück, trotz allem.

Monate vergingen unbehelligt, abgesehen von einem Zwischenfall.

Es klingelt und ein bekannter Maghrebianer steht vor der Tür. Der Anzug ist neu, das Hemd noch sichtlich gestärkt von der Fabrik, in der es vernäht wurde. Mir wird klar, dass die Stromkonzerne verzweifelt sein müssen, denn er ist nicht allein! Neben ihm, im gleichermaßen neuen und erstmals getragenen Anzug ein schmaler Junge von vielleicht 18 Jahren, handbreiter kurzgeschnittener Iro, grüne Krawatte (wie passend, wenn es um Strom geht – Greenwash ist überall).

Die gleiche Leier, die ich schon kenne, wird erneut angeschlagen. Bis er merkt, „nein warte – bei Ihnen war ich ja schon“ und sich ein Zug des Schreckens über sein Gesicht legt, nur um gleich wieder zu verschwinden – der Azubi darf nicht merken, wo er da eigentlich reingeraten ist. Da zieht meine Mitbewohnerin neben mir auf wie ein Unwetter und spricht den beiden einen deutlichen Hausverweis aus, nach dem wir die Tür schließen.

Kurzer Austausch:
„Frechheit. Immer derselbe Quatsch.“
„Der war schon mal da.“
„Trotzdem Frechheit. Normal müssten die jetzt gehen.“

Durch die Tür bemerken wir, wie die zwei Gestalten bei den anderen beiden Wohnungen in unserem Stockwerk simultan klingeln – keine Anstalten, dem Hausverweis zu folgen. Tür auf.

„Haben Sie nicht verstanden? Bitte verlassen Sie das Haus!“ Sie gehen die Treppe hinauf. Wir folgen und ich packe mein Callcenter-optimiertes Schwurbeldeutsch aus. Ich lege ihnen erneut ans Herz, das Haus zu verlassen, das BGB sei da eindeutig.
„Im Namen des Vermieters…“ yadda-bla-blubb.
Unglaublich: Die beiden wirken verunsicherter.
„Ich weiß ja, dass Sie unter einem enormen Verkaufsdruck stehen. Aber wieso brechen Sie Gesetze und die guten Sitten, um Ihre Ziele zu erreichen?“ Verdutzte Blicke vom Azubi zum Maghrebianer.
„Ich habe ja Verständnis für Eure Situation [und das stimmt 100%-ig…!], aber ich möchte Euch nahelegen, nachdem Ihr das Haus verlassen habt, sucht Euch nen ehrlichen Job. Ich vertraue darauf, dass Ihr dem jetzt nachkommt.“

Wenig später waren sie fort. Aus dem Fenster sah ich noch, wie der Maghrebianer dem Azubi etwas erklärt, einen Schritt voraus, auf dem Weg zur nächsten Adresse, die in dieser Gegend auf ihrer Liste stand. Wie akquirieren die eigentlich ihre Adressen? Gehen die gezielt in Häuser, wo bekannt ist, dass so-und-so-viel Prozent noch Kunden bei einem demokratisch kontrollierten Stromanbieter (also den Stadtwerken) sind? Wenn ja, wer leakt da unsere Daten?

Fragen über Fragen.

Wer jetzt noch wechselt, ist selber Schuld.

In der Krise verspricht jeder Konzern den Schäfchen das grünere G(r)as.

Strom kann nicht besser oder schlechter sein – jeder, der mal in einer Physikstunde saß, weiß das.

Aufruf – so darf es nicht weitergehen!

(hat mich per Mail erreicht)
z.K.

bitte weiterleiten: Ein breites lokales Bündnis in Leipzig ruft für den
25.06. zu einer ersten Auftaktkundgebung.

* * A U F R U F * *

* * SO DARF ES NICHT WEITERGEHEN! * *

** KUNDGEBUNG AM 25. JUNI, 18.00 UHR AUF DEM NIKOLAIKIRCHHOF **
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Die Welt wird durch eine Finanz- und Wirtschaftskrise noch nie erfahrenen
Ausmaßes erschüttert. Noch weiß niemand, wo das enden wird und noch bewahren
eilig zusammengezimmerte Notprogramme die nationalen Wirtschaften vor dem
totalen Aus.

Ständig weiter sinkende Real-Einkommen, Kündigungen und Kurzarbeit,
Insolvenzen, Alters-und Kinderarmut sowie fortschreitender Sozialabbau und
Existenzängste sind die unmittelbaren Folgen für die Lohnabhängigen und
Erwerbslosen, aber auch für viele Selbständige und Mittelständler.

Es wird behauptet, dass die Ursache in einem aus dem Ruder gelaufenen
unreguliertem Finanzsystem zu suchen sei und durch entsprechende
Regulierungsmaßnahmen das schon wieder in Ordnung gebracht werden könnte.

Diese Einschätzung teilen wir nicht!

Maximalem privaten Profit wird Vorrang vor dem Gemeinwohl eingeräumt -
solange das so ist, wird sich nichts ändern! Im Gegenteil! Weltweit werden
weiterhin Naturzerstörung und Klimakatastrophen, Kriege um Einfluss und
Ressourcen, Hunger und Armut, Demokratieabbau, Bildungsnotstand und
menschenunwürdige prekäre Lebensverhältnisse forciert oder zumindest in Kauf
genommen. Die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträger aber
predigen noch immer grenzenloses Wachstum auf der Grundlage der alten Regeln
und Machtverhältnisse.

Mit den aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung werden Probleme nur
zugekleistert und verschoben – bis nach der Wahl! Eine weitere Runde
Sozialabbau steht ins Haus. Die Privatisierung der Gewinne und die
Sozialisierung der Verluste soll fortgesetzt werden. Der krisenhafte Prozess
ist so aber nicht aufzuhalten.

Das Ausmaß der Krisen zeigt, dass notdürftige Reparaturen am internationalen
ökonomischen System keine nachhaltigen Lösungen bringen werden. Sie sind
Teil des neoliberalen Systems und der dazu konzipierten Politik der letzten
Jahrzehnte und mit Sicherheit nur die Spitze des Eisbergs.

Aber nicht nur in Deutschland, weltweit erkennen immer mehr Menschen, wo die
Ursachen und die Verursacher tatsächlich zu finden sind, und sie nehmen es
nicht mehr schweigend zur Kenntnis!

Was wir jetzt brauchen, ist ein Bündnis aller, die begriffen haben oder es
auch nur fühlen, dass es so nicht weitergehen kann. Die entschlossen sind,
ihre Fragen und ihren Protest auf die Straße zu bringen und so für Druck von
unten auf die zögerlichen Mandatsträger in den Parlamenten und Regierungen
sorgen. Was wir brauchen, sind grundsätzliche Veränderungen im System, was
wir brauchen ist eine Ausrichtung der Politik auf eine an den Bedürfnissen
der Menschen und ihrer Umwelt orientierten Gesellschaft.

Betrachten wir die Krise als Chance – und nutzen wir sie! Jetzt! Nehmen wir
die Sache selbst in die Hand! Verleihen wir unserem Wunsch nach
grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen gemeinsam deutlichen
Ausdruck – zum Wohle aller Menschen statt zum Wohle von ein paar Wenigen!

Deshalb kommt am

DONNERSTAG, 25. JUNI um 18.00 UHR

zu einer ersten

KUNDGEBUNG auf den NIKOLAIKIRCHHOF!

Das Bündnis distanziert sich in seinem Protest von jeglichen antisemitischen
und rassistischen Positionen.

Ohne Worte / No Words

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„Ich halte es für richtig, sich erstmal nur mit dem Thema Kinderpornografie zu befassen, damit die öffentliche Debatte nicht in eine Schieflage gerät.“
-- Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU)

Den ganzen Artikel dazu findet Ihr unter http://blog.fefe.de/?ts=b4d4dc71 , dann wird auch klarer, warum mir das ein „Fundstück des Tages / Catch of the Day“ wert ist.

Groove Armada – I see you Baby

Es gibt nur wenige Musikvideos, die puritanische Ausstattung mit gutem Rhytmusgefühl und ansprechender Nachbearbeitung zu etwas so Stimmigem verbinden wie bei diesem Klassiker aus den ’90ern des 20. Jahrhunderts. Mag der Text auch (von unten) an Banalität grenzen, das Video erhebt die Musik auf eine höhere Bedeutungsebene. Die unübertroffene Ästhetik aber ist eine ganz einfache und spielt mit den elementarsten Impulsen…

Der praktisch durchgängige Beat trägt sehr zum fesselnden Gesamteindruck des Videos bei – der Schnitt ist sehr gut getimed. Das Video lief häufig im Nachtprogramm von Viva und Viva2 in beiläufiger Konkurrenz zur Telefonsexwerbung, die man sich am nächsten Tag witzelnd auf dem Schulhof erzählte.

In Deutschland wird dieses Video auf YouTube und anderen Seiten geblockt, sofern Euer Provider auch der Contentmafia entsprechend zugetan ist. Unter folgendem Link könnt Ihr es aber in voller Länge anschauen. Viel Spaß!

http://www.garagetv.be/video-galerij/popmuziek/groove_armada_i_see_you_baby.aspx






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